Die Geschichte von Alfredo Wagner (ehemals Sta. Thereza) ist geprägt von Männern, die nicht nur für das geistige Wohl ihrer Gemeinde sorgten, sondern auch den Grundstein für die soziale und physische Entwicklung der Region legten. Von den frühen Tagen des 20. Jahrhunderts bis hin zu den medizinischen Pionierleistungen der 1970er Jahre zieht sich ein roter Faden der Solidarität.
Der Geist von 1921: Bildung und Industrie
Im September 1921 veröffentlichte Pfarrer Anton Pöschl die zweite Nummer des Gemeindeblattes “Der Kolonist”. Dieses Dokument zeigt, dass die Kirche damals weit mehr als ein Ort des Gebets war. Neben religiösen Unterweisungen bot das Blatt praktische Lebenshilfe für die Siedler:
- Technische Beratung: Pfarrer Pöschl bot den Lesern unentgeltlich Rat und Auskunft für maschinelle und elektrische Einrichtungen an, um die lokale Industrie zu fördern.
- Bildung: Eine private Leihbibliothek im Pfarrhaus stellte Romane und Erzählungen in deutscher und portugiesischer Sprache zur Verfügung.
- Weltlicher Teil: Die Zeitung informierte über das Bevölkerungswachstum in Santa Catarina – das damals etwa 600.338 Einwohner zählte – und gab landwirtschaftliche Tipps zur Saatgutersparnis.
Dieser ganzheitliche Ansatz, bei dem der Pfarrer auch als technischer Berater und Bibliothekar fungierte, sicherte das Überleben und den Fortschritt der Kolonie in einer isolierten Region.
1975: Pater Alfons und die Rettung durch das Blut
Über 50 Jahre später setzte Pater Alfons Hasenfratz diese Tradition fort. Wie in einem Bericht der Zeitung O Estado vom 2. August 1975 dokumentiert, wurde unter seiner Leitung und in Zusammenarbeit mit dem Projeto Rondon eine beispiellose Gesundheitskampagne durchgeführt.
- Die Blutgruppen-Registrierung: Nach einem dramatischen Zwischenfall bei einer Geburt, bei dem eine Mutter mangels bekannter Blutspender fast verstarb, initiierten Pater Alfons und Dr. Antônio Carlos Trevisol Bittencourt die Aktion “Blut teilen”.
- Pionierarbeit: Über 1.000 Einwohner wurden kostenlos getestet und ihre Blutgruppen registriert – ein logistischer Kraftakt für die damalige Zeit.
- Persönlicher Einsatz: Pater Alfons, der selbst eine universelle Blutgruppe besaß, ist in der mündlichen Überlieferung dafür bekannt, in Notfällen direkt Blut gespendet zu haben (“Arm zu Arm”), um das Leben seiner Gemeindemitglieder zu retten.
Ein lebendiges Vermächtnis
Vom “Kolonisten” von 1921 bis zur Blutspendeaktion von 1975 zeigt sich das wahre Gesicht von Alfredo Wagner: Eine Gemeinschaft, die durch den Einsatz ihrer Anführer in Zeiten der Not zusammenrückt. Ob durch die Förderung der Industrie oder durch medizinische Vorsorge – das Erbe dieser “Apostel” wirkt bis heute in der Identität der Stadt nach.
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